Abenteuer Reise-Tierstitting Mein Jahr 2025
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Schaflogik, die verstehe, wer will Plan A und B ging nicht, also nahm ich Plan C Bei einem Tiersitting-Auftrag hatte ich Schafe zu hüten. Diese weideten rund ums Haus. An manchen Tagen ließ ich die Schafe in den Vorgarten zum Rasenmähen. Das hatte zwei Gründe: Es war schön einfach für mich. Der Schlüssel zur Garage, in der der Rasenmäher stand, war abgebrochen und ich kam da nicht mehr ran. Also gingen wir auch dieses Mal zusammen in den Vorgarten. Die Schafe warteten gespannt, bis ich das Tor geöffnet hatte, und neun Schafe gingen mutig in die weite Welt. Ich war ja dabei, von daher gingen auch die Angsthasen oder anders gesagt Angstschafe mit. Sie fingen an zu grasen und ich war froh, dass sie das für mich erledigten. Das Haus liegt auf einem Berg und somit war die Hofeinfahrt entsprechend steil. 15 – 20 % Steigung. Unten an der Einfahrt war eine Schranke angebracht. Dort lehnte ich an dem Balken und schaute den Schafen beim Grasen zu und genoss die Sonne. Nun meinten die Schafe, auf der anderen Seite der Schranke sei das Gras grüner und schmecke viel besser, und schwupp waren alle unter dem Schrankenbalken hindurch. Das machte nichts, denn das war die Tage zuvor auch schon so gewesen. Die Schafe hörten normalerweise aufs Wort, deshalb machte ich mir erst einmal keine Gedanken darüber und genoss weiter die Sonne. Bis ich sah, dass sie sich langsam immer weiter den Berg nach unten vortasteten, um sich das Grün am Straßenrand schmecken zu lassen. Der Weg war sehr schmal und so stand ein paar auf der rechten Seite, ein paar auf der linken Seite und fraßen Gras. Ich rief sie zurück, aber sie schauten mich nur kurz an. Wenn ich einen Schritt auf sie zuging, empfanden sie es als Einladung, weiter herunterzugehen. Und das direkt an der Weide mit den Böcken. Ich hoffte, die hatten heute keine Lust aufeinander. Bisher hatten sie aufs Kommando gehört, aber heute? War Vollmond? Keine Ahnung, zumindest gingen sie weiter runter – statt den Berg wieder rauf. Gut, so ging es nicht – Plan B muss her Ich rannte den Berg hoch, in Gummistiefeln wohlgemerkt, kam oben an, suchte nach einem Schlüssel für den Raum, in dem die Leckerlis für die Schafe standen. Ich hätte viel eher ein Sauerstoffzelt benötigt. In Bergen rennen – also wirklich, das fährt man doch Motorrad oder läuft Ski, aber da rennt man doch nicht, und ich schon gar nicht. Ah, der Schlüssel und hin zur Tür. Jetzt musste es schnell gehen, bevor die Schafe den ganzen Berg herunterrannten und womöglich noch unten in der Gaststätte einkehrten. Mein Kopfkino stellte sich das gerade vor und ich musste grinsen. Schlüssel ins Schloss und umdrehen – ah, nein, der klemmte. Ruhe, Ruhe, atmen, atmen … ganz langsam, und siehe da, die Tür ging auf. Leckerlis in den kleinen Eimer und den Berg wieder heruntergerannt. Auch nicht viel angenehmer. Vor allem hatte meine rechte Socke beschlossen, sich von meinem Fuß zu trennen und rutschte unangenehm vom Fuß runter. Japsend kam ich bei den Schafen an. Tatsächlich waren sie weiter heruntergegangen. Ich schüttelte den Behälter, die Leckerlis machten großen Lärm, und die Schafe? Eines hatte mich angeschaut, alle anderen grasten weiter und tasteten sich weiter den Berg runter. Das klappte doch immer, normalerweise rannten die mich fast um, wenn ich damit kam. Wahrscheinlich hörten sie das nicht, weil ich so am japsen war. Gut, so ging es nicht. Plan C muss her Zwei Schafe waren schon recht weit unten und es wunderte mich, dass es gerade die größten Angstschafe waren. Zum Glück, denn an die anderen kam ich irgendwie vorbei, um sie dann von unten nach oben zu treiben. Ich also langsam, leise und in einer Schildkrötengeschwindigkeit zwischen den Schafen den Berg runter. Links und rechts sah ich nur die Hinterteile der Schafe. Flach atmen, nur keinen falschen Schritt oder ein Geräusch verursachen. Geschafft. Sieben Schafe über mir, zwei Schafe unten. Gut, das ging. Ich trieb die sieben Schafe den Berg hoch, naja, zumindest war das mein Plan. Die zwei würden schon hinterherkommen. Doch die Schafe hatten einen anderen Plan, die meinten, sie müssten zu den zweien gehen. Also: Große Herde geht zu der kleinen Herde. Sieben bewegten sich, statt nur zwei. Schaflogik, die verstehe, wer will. Ich redete auf die sieben gut ein und erklärte, dass die zwei schon mitkommen würden. Also rauf mit euch. Nichts als treue Augen, die mich ansahen und versuchten, an mir vorbeizukommen. Ich wurde dann doch etwas energischer in der Stimme und siehe da – es waren wohl norddeutsche Schafe, die mögen klare Ansagen und kein “Drumherum Gerede”. Die sieben gingen also den Berg hoch, ich einen Schritt zur Seite und die zwei konnten sich schnell wieder der Herde anschließen. Wir gingen gemeinsam den Berg hoch und wieder ins Gehege, ich schloss das Tor und gab ihnen die Leckerlis. Die nächsten Tage gingen wir wieder in den Vorgarten, doch diesmal war ich vorbereitet. Die Leckerlis hatte ich gleich mitgenommen und ich sorgte dafür, dass sie nur bis zur Schranke kamen. So bekam ich den Rasen im Vorgarten gut gemäht. Klar wurden auch einige Blumen gefressen, aber hey, ein wenig Schwund ist überall. Lust auf mehr Geschichten – dann hier klicken
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Der beste Motorradausflug zur nächsten Parkbucht Eine Parkbucht, ein Schmetterling, ein schwarzer Tiger und die Erkenntnis Ich befand mich mittlerweile auf dem Weg nach Korsika. Vor mir lag eine wundervolle Woche auf einer Insel, die für uns Biker wie geschaffen sein soll. Von Livorno in Italien nahm ich die Fähre nach Bastia auf Korsika. Innerhalb von fünf Stunden war ich da. Und tatsächlich, es eröffnete sich eine Insel, die so schön ist, dass sie in Worten nicht zu beschreiben ist. Geplant war eine Woche voller Touren. Das Wetter war stimmig, die Straßen waren gut zu fahren, ich war happy. Aber wie es so ist: Da hast du einen Plan und schwupp, kommt das Leben um die Ecke und wirft alles durcheinander. So auch diesmal, aber der Reihe nach: Als ich von der Fähre fuhr, wurde ich von herrlichen 20 Grad empfangen, genau richtig für mich als Bikerin. Ich machte mich auf den Weg zu meiner Unterkunft, die sich 30 km nördlich von Bastia, kurz vor Santa Severa, befand. Schön an einer Küstenstraße entlang, wie sie im Bilderbuch zu finden ist. In dieser Gegend fährt weder ein Zug, noch gibt es einen Bus. Macht nichts, ich hatte ja mein Motorrad. Von meinen Vermietern wurde ich herzlich empfangen und ich muss sagen, nach zweieinhalb Jahren, in denen ich in zahlreichen Unterkünften übernachtete, habe ich noch nie eine solche saubere und zugleich behagliche Unterkunft vorgefunden. Ein kleines Apartment mit einer kleinen Terrasse und dem Blick aufs Meer. Es dauerte nicht lange, da waren auch schon die Katzen der Nachbarn da, um mich zu inspizieren. Man muss ja wissen, wer in die Nachbarschaft einzieht. Unter anderem ein schwarzer Tiger, der mich sah und ab dem Zeitpunkt nicht mehr von meiner Seite wich. Selbst beim Spaziergang ging er mit. Mir wurde vom Vermieter versichert, dass die Katzen ein Zuhause haben und versorgt werden. Sie halten sich halt gerne hier auf. Erste Handlung: Auspacken, rauf auf die Liege und den Ausblick genießen. Auf der anderen Liege machte es sich der schwarze Tiger bequem. Sonne und dieser Ausblick in guter Gesellschaft brachten mir eine tiefe innere Ruhe. Ich freute mich schon auf den Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Als ich am nächsten Tag bei Sonnenaufgang aufstand, war der schwarze Tiger wieder da. Wir genossen zu zweit das Lichtspiel am Himmel und im Meer. Ich erkundigte mich noch einmal, ob für die Versorgung der Katzen gesorgt sei. Alles bestens. Nun hieß es, für meine eigene Versorgung zu sorgen. Auf nach Bastia, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Wie schön kann Einkaufen sein, wenn der Weg kurvenreich an der Küste entlanggeht und du weißt, du musst den Weg auch noch zurück. Das nenne ich ein Einkaufsvergnügen. Als ich zurückkam, saß der schwarze Tiger vor der Tür, um mich zu begrüßen. Den nächsten Tag wollte ich die Küste weiter in den Norden hochfahren. Nach der Arbeit schnell umgezogen, kurzer Abschied vom schwarzen Tiger und rauf aufs Motorrad. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht fuhr ich los. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt passierte es. Mein Motorrad ging aus und sprang auch nicht mehr an. Natürlich mitten in der Kurve, wennschon, dennschon. Das Grinsen im Gesicht erstarb. Zum Glück hielt ein Pärchen an und half mir, das Motorrad auf die kleine Parkbucht zu schieben. Da stand sie nun, mein geliebtes Motorrad, und ich geschockt davor. In Italien war ich noch extra in einer Werkstatt gewesen und bat um einen Ölwechsel und ein Durchchecken, ob noch alles in Ordnung ist, was auch erledigt wurde. Aber warum sprang mein Motorrad nicht mehr an? Und dann noch hier, mitten in der Pampa, wo es nicht einmal ein Café gab? Ich rief den ADAC an und bat um Hilfe. Die wurde mir zugesichert. In zwei Stunden sei jemand da. Wenn nicht, solle ich noch einmal anrufen. Zwei Stunden? Hier? Na, zumindest hatte ich eine Parkbucht mit Meerblick. Davon hatte ich nur wenig. Denn in den zwei Stunden sind viele Auto- und Motorradfahrer bei mir gewesen, um sich zu erkundigen, ob es mir gut ginge. Einige fuhren erst vorbei, drehten bei der nächsten Möglichkeit um, um mir ihre Hilfe anzubieten. Zwei Stunden später und noch kein Abschleppdienst in Sicht. Das half nichts, noch einmal beim ADAC angerufen. Oh, ich sah, dass auch nicht mehr viel Akku auf meinem Handy vorhanden war. In drei Stunden sei jemand da und wenn nicht, solle ich wieder anrufen. In drei Stunden? Hier in der Pampa? Dann ist es dunkel. Wenn mich hier jemand überfällt, was dann? Wer übernimmt denn dann die Verantwortung? Wer findet mich? Und mein Akku vom Handy hat nicht mehr viel Saft. Wie soll ich zurückrufen? Fünf Stunden insgesamt auf einen Abschleppdienst warten. Ich war entsetzt und gab alles, um meinem Entsetzen Luft zu machen. Laut schrie ich alles raus, was sich in mir gestaut hatte. Es war so ungerecht, ich war so wütend und ich hatte Angst. Ich fühlte mich auf einmal ganz alleine auf dieser Welt. Diese Welt, die sich gegen mich verschworen hatte. Was hatte ich übersehen, was falsch gemacht, warum passiert mir das? Da bin ich auf einer fantastischen Insel und muss auf den Abschleppdienst warten, statt zu fahren. Während ich die Parkbucht wütend auf und ab stampfte, kamen natürlich noch mehr Auto- oder Motorradfahrer, um sich zu erkundigen, ob sie mir helfen könnten. Ich hielt kurz inne, um die Wut nicht an anderen auszulassen, bedankte mich und fuhr mit meinem Auf-und-ab-stampfen fort, um meiner Wut und Angst freien Lauf zu lassen. Nach einiger Zeit war ich müde vom Herumstampfen. Ich nahm meinen Seitenkoffer ab, um zumindest sitzend die Aussicht zu genießen. Daraus wurde nur nichts, denn auf einmal kamen mir die Tränen. Ich heulte, als gäbe es kein Morgen mehr. Natürlich kamen auch noch einige Auto- und Motorradfahrer, die fragten, ob sie mir helfen könnten. Wie peinlich ist das denn, bitte schön? Tränenüberströmt bedankte ich mich. Ich konnte die Tränen einfach nicht stoppen, es musste raus. Was tat ich mir leid. Während ich so dasaß, vor mich hin heulte und jammerte, mit dem
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Der Moment, in dem es passierte Ein Fußballspiel, Kaffee und Kuchen, aber die Barhocker bleiben leer Eine weitere Anekdote aus meinem Leben als Reise-Tiersitterin, diesmal von der Insel Gozo, einer Nachbarinsel von Malta. Malta hatte schon eine sehr schöne Energie für mich, aber auf Gozo war noch viel mehr zu spüren. Ich hatte viel davon gelesen, doch dass ich es selbst einmal erlebe, das hätte ich nicht gedacht. Aber lest selbst: In einem Sportlerheim auf Gozo gibt es sehr guten Kaffee und leckeren Kuchen, es lohnt sich also dort vorbei zu schauen. So habe auch ich den Weg dorthin gefunden und zum Glück noch an einem kleinen Tisch einen angenehmen Platz bekommen. Heute ist es voller als die Tage zuvor. Wahrscheinlich weil viele so wie ich der Auffassung sind, an einem stürmischen Sonntag Nachmittag ein wenig die Leckereien zu genießen. Ich beschließe, einfach nur zu schauen, meinen Kaffee und Kuchen zu genießen und abzuwarten, was passiert. Mein Tisch steht genau gegenüber von der Eingangstür. Links davon beginnt der Tresen. Als erstes ein Kuchenbuffet mit all den Leckereien, dann geht der Tresen über Eck und wird zu einer langgezogenen Bar. Vor dieser Bar stehen Barhocker, die heute von keinem Gast genutzt werden. Stattdessen stehen zwei Männer und eine Frau vor der Bar und unterhalten sich mit dem Chef des Sportlerheims. Zu meiner rechten Seite sitzen fünf Damen zusammen und spielen Karten. Sie unterhalten sich, lachen viel und schauen auch ab und zu konzentriert in ihr Kartenblatt. Manchmal ist es still an dem Tisch, was für alle angenehm entspannt wirkt. Gerade legen sie ihre Karten hin, denn eine Dame hat gewonnen. Eine Spielanalyse, so wie es Männer häufig nach einem Kartenspiel machen, fällt hier aus. Es wird gelacht und die Karten neu gemischt und ausgeteilt. Ein Paar kommt rein und sie entscheiden sich für den Tisch in der Mitte. Der Mann lässt der Frau den Vortritt und fragt nach ihren Wünschen. Sie nimmt Platz während er an den Tresen geht und bestellt. Wie selbstverständlich bringt er seiner Begleitung den Kaffee und Kuchen. Sie genießen schweigend und erst, als der Kuchen getilgt ist, beginnen sie, sich zu unterhalten. Sie lacht über etwas, was er sagt, und berührt dabei kurz seine Hand. Ein Junge in Fußballkleidung und einem Fußball unterm Arm kommt rein. Sichtlich stolz trägt er ein gelbes Trikot. Vielleicht hat seine Mannschaft gerade gewonnen und er hat das Tor dafür geschossen? Er ist bekannt, denn er wird von den Bedienungen herzlich begrüßt. Auch er sucht sich ein Stück Kuchen aus und geht wieder raus. In der einen Hand den Kuchen, in der anderen seinen Fußball. Links schräg vor mir sitzen drei Männer im trauten Schweigen zusammen und schauen zum Fernseher, der rechts oben in der Ecke hängt. Es scheint ein wichtiges Fußballspiel zu sein, das ohne Ton über den Bildschirm läuft. Direkt links neben mir sitzt ein deutsches Paar, das sich die Abendkarte geben lässt. Sie übersetzt ihm die Speisekarte und dabei trinken sie ein Wasser. Der Kleidung nach zu urteilen sind sie wandern gewesen. Die Bedienung geht von Tisch zu Tisch und schaut nach dem Rechten und fragt, ob wir noch einen Wunsch haben. Da die Küche erst in zwei Stunden wieder geöffnet hat, bestellt sich das deutsche Paar neben mir noch einen Kaffee. Halbzeit im Fußballspiel. Die Männer brechen ihr Schweigen und unterhalten sich leise und diskret. Die Frau vom Tresen beginnt zwischen dem Tresen und den Damen, die rechts von mir Karten spielen, mehrmals an mir vorbei zu flanieren. Die Herren am Tresen sind in einem angeregten Gespräch vertieft. Der Chef hat sich mittlerweile seiner Arbeit gewidmet. Obwohl er ein mürrisches Gesicht macht, spricht er mit seinen Mitarbeitern und Gästen sehr freundlich und ruhig. Er bereitet mit sichtlicher Sorgfalt jeden Kaffee zu. Eine Mitarbeiterin beginnt den Raum zu fegen und eine andere wischt hinterm Tresen den Boden. Ein Mitarbeiter geht raus, in der rechten Hand eine Zigarette, die andere Hand wühlt in seiner Hosentasche nach seinem Feuerzeug, was er auch findet. Noch im Rausgehen zündet er sich seine Zigarette an. Als er zurückkommt, riecht er nach Tabak und feuchter Luft. Er wischt sich über das nasse Haar – draußen hat es angefangen zu regnen. Tatsächlich höre ich es jetzt auch: das sanfte Trommeln auf dem Dach. Vier jugendliche Männer kommen rein und wählen einen Tisch zu meiner rechten Seite, direkt unter dem Fernseher. Sie holen alle ihr Handy aus der Tasche und setzen sich. Einer von ihnen holt die Getränke vom Tresen. Kurz darauf kommt der Fußballjunge wieder herein, diesmal ohne Ball. Er schüttelt das Wasser aus seinen Haaren und setzt sich zu den vier Jugendlichen. Sofort wird er ins Gespräch einbezogen. Eine der Kartenspielerinnen steht auf und bestellt eine weitere Runde Getränke. Sie wartet geduldig am Tresen und trägt dann das Tablett mit einer Selbstverständlichkeit zu ihrer Spielrunde zurück. Mir wird bewusst, wie viele Menschen in diesem Raum sind und ihn mit Leben füllen. Draußen pfeift der Wind durch die schmale Gasse. Ein Windstoß lässt die Eingangstür kurz klappern. Der Regen wird stärker. Durch das beschlagene Fenster sehe ich verschwommene Silhouetten von Menschen, die eilig vorbeihuschen. Niemand im Café scheint es eilig zu haben, zu gehen. Und ich? Ich bin mitten drin und fühle mich wohl. So als würde ich auf dieser Insel leben und dazugehören und nicht als Reisende nur einige Zeit hier verbringen. Ich lehne mich entspannt zurück und plötzlich passiert es. Das, wovon ich so viel gelesen, aber selbst noch nie erlebt habe und mir nie so richtig vorstellen konnte. Die Konturen verschwimmen leicht und dann – ich sehe sie! Die Energien in diesem Raum, lebendig, fließend, überall. Sie fließen wie ein leichter Nebel zwischen all diesen Menschen, verbinden sie, erschaffen diesen einen, einzigartigen Moment. Wahnsinn. Lust auf mehr Geschichten? Dann hier klicken
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Die Kunst der Überzeugung Wie ein Vogel sich wie die Queen tragen lässt An einem schönen sonnigen Tag saß ich vor meinem PC und war am Arbeiten. Auf einmal hörte ich nur ein „Dong“. Irgendjemand oder etwas ist voll gegen die Fensterscheibe im Nachbarzimmer geflogen. Beim Nachsehen war ich überrascht, einen Vogel auf der Fensterbank – und zwar im Zimmer – vorzufinden. Nun denn, der Vogel hatte Schnappatmung und ich dachte nur: „Der Arme, dem muss extrem der Kopf dröhnen.“ Soll er sich erst einmal erholen, damit er klar im Kopf wird und seinen Körper durchchecken kann. Ein paar Minuten später habe ich noch einmal nachgesehen und siehe da, der Piepmatz schaute mich an. Er sah gut aus. Es schien mir, dass er das gut überstanden hatte. Wie nun den Vogel wieder aus der Wohnung bekommen? Warten?Die Terrassentür war auf. Ich zeigte ihm die Tür, ging sogar vor, um ihm den Weg nach draußen zu zeigen. Er blieb auf der Fensterbank sitzen und schaute mich weiterhin an.Das Fenster konnte ich nicht für ihn öffnen, denn es gab einen Mückenschutz, der fest angebracht war. Bis ich den entfernt hätte, da wäre er vor lauter Panik mit einem Herzinfarkt gestorben. Guter Rat ist teuer – was tun? Mir kam die Idee, ihn kurz und sanft in die richtige Richtung anzustupsen. Das erste, was mir in die Hände fiel, war eine Fliegenklatsche. Wer braucht denn so etwas? Okay, also versuchte ich, ihn in Richtung Terrassentür zu bewegen. Ich glaube, der Vogel hatte schon Bekanntschaft mit einer Fliegenklatsche gemacht. Er geriet in Panik. Naja, eine lila Fliegenklatsche sieht auch nicht besonders einladend aus. Also redete ich auf ihn ein, dass alles gut ist und er sich beruhigen könnte. Ich blieb stehen und wartete ab. Dann ging ich langsam näher und bat ihn, sich auf die Fliegenklatsche zu stellen. Mit einem Fragezeichen im Gesicht schaute mich der Vogel an. Dann wurde ich energischer und bat ihn noch einmal darum. Er solle sich nicht so anstellen. Manchmal habe ich für solche zögerlichen Aktionen einfach keine Geduld. Was soll ich sagen: ein norddeutscher Vogel! Und wie alle Norddeutschen liebt er die direkte Ansage. Er stieg doch glatt auf die Fliegenklatsche. So konnte ich ihn die fünf Schritte Richtung Terrassentür tragen. Der Vogel fand Gefallen daran und stand auf der Fliegenklatsche wie eine Queen. Ich hielt ihn raus und wünschte ihm einen guten Flug. Er schaute mich an, nickte und flog weg. Jetzt weiß ich, wofür Fliegenklatschen gut sind. Lust auf mehr Geschichten? Dann hier klicken
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Rumps, Miau und andere Nachtgeräusche Drei Katzen, ein Sturm und eine unruhige Tiersitterin Ein ganz gewöhnlicher Tag in den Bergen ging zu Ende. Am Nachmittag begann es sich zuzuziehen, es kam ein wenig Wind auf und es roch nach Regen. Ich saß auf dem Bett und machte es mir gemütlich.Ein Kater lag schnurrend quer auf meinem Bett. Eine Katze saß direkt neben mir und putzte sich. Der dritte Kater war noch draußen. Rumps – der Kater guckte mich irritiert an. Die Katze verschwand flink unterm Bett. Einer der Fensterläden war vom Wind zugeschlagen worden. Das war laut.Rumps – nun war die andere Seite auch zu. „Na, das nenne ich mal dunkel“, dachte ich bei mir.Also Licht an, aufgestanden und Fensterläden wieder geöffnet. Beim Öffnen des Fensters bemerkte ich, wie heftig der Wind dagegen blies. Der Wind vom Nachmittag hatte sich in einen heftigen Sturm verwandelt. Ich rief in die Nacht nach meinem dritten Schützling. Kaum hatte ich den Namen ausgesprochen, sprang mir der schwarze Kater aus der schwarzen Nacht entgegen. Den hatte ich nicht kommen sehen. Schnurrend (oder lachend?) rannte er in die Küche. Die anderen folgten ihm. Nach einer Runde Fressen und ausgiebigem Streicheln machten wir es uns wieder bequem. Der schwarze Kater wollte raus.„Willst du wirklich?“„Miau.“„Das ist sehr stürmisch, bist du sicher?“„Miau.“„Na gut, dann raus mit dir.“Der schwarze Kater sprang raus und wurde sofort von der schwarzen Nacht verschluckt.„Mutig“, dachte ich. Ich setzte mich aufs Bett und nahm mein Buch zur Hand. Der Sturm legte noch an Geschwindigkeit zu. Es fing an zu regnen.Rumps – dicht gefolgt von noch einem Rumps. Die Fensterläden waren wieder zu. Die Katze huschte unterm Bett, der Kater guckte mich wieder irritiert an. Das Haus fing an zu stöhnen. Es knarrte. Erst ganz sanft, dann etwas heftiger. Das Bett wackelte. Ich ging zur Haustür. Der Wind drückte so heftig dagegen, dass es mir schwerfiel, sie zu öffnen. Es gelang. Ich rief nach dem Kater. Nichts. „Wo ist der schwarze Kater? Ist er in Sicherheit?“Für die Katzen dieses Hauses steht ein sicherer und komfortabler Unterschlupf zur Verfügung. Da können sie jederzeit rein. Trotzdem hatte ich diese Unruhe in mir. Ich ging in die Präsenz und versuchte, Kontakt zum schwarzen Kater aufzunehmen. Nichts. Wenn Tiere nicht wollen, dann wollen sie nicht. Das Haus knarrte und stöhnte noch lauter. Ich hörte, wie etwas durch den Garten flog und hart aufprallte.Unruhig ging ich ins Bett. Die Katze lag nun dicht neben mir. Der Kater kuschelte sich an meine andere Seite. Mit allen Sinnen hörte ich nach draußen. „War da ein Miau?“Ich ging noch einmal zur Haustür und rief hinaus. Nichts.„Bleibe im Vertrauen. Der schwarze Kater weiß, was er tut. Er ist in Sicherheit“, kam es mir in den Sinn. Nach einiger Zeit fiel ich in einen unruhigen Schlaf. Stets alle Sinne darauf gerichtet, ja kein „Miau“ zu verpassen. Das, was ich hörte, war der Sturm und das knarrende Haus. Früh am nächsten Morgen wachte ich auf. Der Sturm war noch dabei, alles zu geben. Es regnete.Ich machte die Fensterläden auf. Rief nach dem schwarzen Kater. Nichts.Wieder machte sich Unruhe in mir breit. „Bleibe im Vertrauen. Ihm geht es gut.“Die anderen bekamen ihr Futter. Wie zu erwarten, wollten sie nicht raus. Eine Plane fegte über die Straße. Doch nicht die von meinem Motorrad? Das Knarren und Stöhnen des Hauses hörte ich schon nicht mehr.Vom schwarzen Kater immer noch keine Spur. Ich ging ihn draußen suchen. Im Garten lagen die Gartenmöbel verstreut herum. Einige Äste schmückten den Garten. Meinem Motorrad ging es gut. Die Tür zum komfortablen Unterschlupf für die Katzen konnte ich nicht sofort öffnen. Der Schlüssel ließ sich nicht drehen. Der Wind flog mir um die Ohren. Die Haare standen mir zu Berge.Endlich ließ sich der Schlüssel drehen. Die Tür flog auf und mir kam ein verschlafener schwarzer Kater entgegen. Er streckte sich genussvoll und in aller Ruhe und ging wie selbstverständlich vor mir ins Haus. Nach seinem ausgiebigen Frühstück legte er sich auf seine Decke und schlief ein. Ist ja auch anstrengend so ein Sturm. Lust auf mehr Geschichten? Dann hier klicken
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Zwei Stimmen, ein Kaffee, null Schmetterlinge Auf der Terrasse liege ich auf der Liege und schaue über Graz hinweg. Ein Rascheln im Baum neben mir lässt mich aufblicken. Ein Vogel sucht etwas zum Fressen. Weiter unten grasen die Schafe gemächlich auf der Wiese und die Vögel ziehen ihre Kreise über mir am Himmel. Wie immer in den Bergen gibt es keinen Wind. Im Hintergrund höre ich den Ruf eines Bussards. Es könnte nicht besser sein – der Kaffee dampft warm in meiner Hand, ich seufze wohlig und lasse mich tiefer in die Liege sinken. Wenn da nur nicht… Graz eine einzige Baustelle wäre und ich hier oben die Presslufthammer hören würde.Doch dann kommt der beruhigende Gedanke auf: Es ist gut, es bewegt sich etwas, es wird dafür gesorgt, dass wir die Straßen befahren können. Das Teufelchen in mir meldet sich zu Wort: „Das können die doch auch dann tun, wenn du nicht hier bist.“ „Moment“, ruft das Engelchen in mir, „du hast dir doch den Standort ausgesucht, um nicht einsam auf einer Hütte zu sitzen, sondern die Stadt in der Nähe zu haben.“ „Stadt in der Nähe, ja, aber doch nicht so laut! Das ist kein normaler Stadtlärm.“ „Ooooooohhhhhhhmmmmmmmm…“ „Ach, du mit deinem Ohmmm. Hilft doch jetzt nicht mehr!“ „Ooooooohhhhhhhmmmmmmmm…“ „Lass mich in Ruhe, ich will mich jetzt aufregen!“ „Aber schau doch mal den Baum in voller Blüte, wie…“ „Nun läuten auch noch alle Kirchenglocken. Was hat die Kirche nur immer damit? Unglaublich!“ „Wie schön der Baum ist…“ „Jetzt auch noch der Krankenwagen. Oder ist es die Polizei? Zumindest haben sie ihre Sirenen auf volle Lautstärke gestellt.“ „Wie schön er blüht und guck doch mal…“ „Nerv nicht!“ „Nun guck doch mal.“ „Was?!“ „Na, den Baum mit den tollen Blüten.“ „Wo?“ „Na, rechts neben dir. Ach, wie schön der…“ „Ja, ganz nett. Wann kommt denn die Polizei an?“ „Und wie schön der Vogel aussieht.“ „Was willst du denn? Du nervst!“ „Na, schau dir doch den Vogel in der Tanne an, wie er da sitzt, so ruhig und gelassen.“ „Wo?“ „Na, da oben.“ „Ach da. Ja ganz nett.“ „Und die Bienen und…“ „Die Polizei ist immer noch nicht angekommen. Haben die eine Verfolgungsjagd?“ „Wie die Bienen und Hummeln hier rumfliegen…“ „Oh ja, Hummeln finde ich witzig. Zeigt, dass auch plüschige Lebewesen sich gut bewegen können. Sag mal, hast du das gesehen?“ „Was denn?“ „Ja, nicht nur die Tiere beobachten – da liegt ein Apfel auf einem Tannenzweig. In etwa zwei Meter Höhe. Siehst du? Der Apfelbaum ist etwa zehn Meter entfernt, oben auf dem Berg. Was für ein Weg. Erst herunterfallen und dann mit hoher Geschwindigkeit den Berg runter gerollt und dann irgendwie über einen Stein in die Höhe geschossen und auf dem Ast liegen geblieben. Lustig.“ „Und was siehst du noch?“ „Den Himmel. Der ist heute interessant in den Farben. Dunkelblaue Wolken, die, je näher sie zu mir kommen, heller werden, und über mir einen blauen Himmel. Die Sonne strahlt auf Graz. Ich sitze noch im Schatten, es ist angenehm warm. Oh – jetzt kommt die Sonne noch herum.“ „Was nimmst du noch wahr?“ „Ein Vogel flog gerade vorbei. Scheint es eilig zu haben.“ „Ist das nicht schön. So viele unterschiedliche Vogelstimmen.“ „Oh, noch ein Vogel, der es eilig hat. Wo sind denn die Schmetterlinge heute?“ „Ich weiß nicht, vielleicht kommen sie noch. Was noch?“ „Die Tanne hat viele Tannenzapfen. Ich höre einen Traktor, der hier den Berg hochkommt. Wird wohl für den Nachbarn sein.“ „Was noch?“ „Störe jetzt nicht, ich beobachte die Hummeln…“ „Ooohhhhmmmmmmm“ „Schau mal, ein Flugzeug fliegt über uns hinweg. Wo es wohl hinfliegt?“ „Ist das wichtig?“ „Nur so ein Gedanke.“ „Bist du noch da?“ „Ja, wieso?“ „Du bist so still.“ „Ich schau mir den Himmel an, höre die Hummeln und Vögel zu und versinke darin – so mitten in der Natur.“ „Ooooooohhhhhhhmmmmmm…“ „Ja, ooooohhhhhmmmmmm…“ „Na bitte, geht doch!“ „Ja, danke, geht doch.“ „Und was willst du heute machen?“ „Ich bleibe noch kurz sitzen und genieße den Moment. Später mache ich mir noch einen Kaffee und gehe arbeiten.“ „Das klingt doch gut.“ „Das ist gut.“ Lust auf mehr Geschichten? Dann hier klicken
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