Die Kunst der Überzeugung

Wie ein Vogel sich wie die Queen tragen lässt

An einem schönen sonnigen Tag saß ich vor meinem PC und war am Arbeiten. Auf einmal hörte ich nur ein „Dong“.

Irgendjemand oder etwas ist voll gegen die Fensterscheibe im Nachbarzimmer geflogen. Beim Nachsehen war ich überrascht, einen Vogel auf der Fensterbank – und zwar im Zimmer – vorzufinden.

Nun denn, der Vogel hatte Schnappatmung und ich dachte nur: „Der Arme, dem muss extrem der Kopf dröhnen.“ Soll er sich erst einmal erholen, damit er klar im Kopf wird und seinen Körper durchchecken kann.

Ein paar Minuten später habe ich noch einmal nachgesehen und siehe da, der Piepmatz schaute mich an. Er sah gut aus. Es schien mir, dass er das gut überstanden hatte.

Wie nun den Vogel wieder aus der Wohnung bekommen? Warten?
Die Terrassentür war auf. Ich zeigte ihm die Tür, ging sogar vor, um ihm den Weg nach draußen zu zeigen. Er blieb auf der Fensterbank sitzen und schaute mich weiterhin an.
Das Fenster konnte ich nicht für ihn öffnen, denn es gab einen Mückenschutz, der fest angebracht war. Bis ich den entfernt hätte, da wäre er vor lauter Panik mit einem Herzinfarkt gestorben.

Guter Rat ist teuer – was tun?

Mir kam die Idee, ihn kurz und sanft in die richtige Richtung anzustupsen. Das erste, was mir in die Hände fiel, war eine Fliegenklatsche. Wer braucht denn so etwas?

Okay, also versuchte ich, ihn in Richtung Terrassentür zu bewegen. Ich glaube, der Vogel hatte schon Bekanntschaft mit einer Fliegenklatsche gemacht. Er geriet in Panik. Naja, eine lila Fliegenklatsche sieht auch nicht besonders einladend aus.

Also redete ich auf ihn ein, dass alles gut ist und er sich beruhigen könnte. Ich blieb stehen und wartete ab. Dann ging ich langsam näher und bat ihn, sich auf die Fliegenklatsche zu stellen.

Mit einem Fragezeichen im Gesicht schaute mich der Vogel an.

Dann wurde ich energischer und bat ihn noch einmal darum. Er solle sich nicht so anstellen. Manchmal habe ich für solche zögerlichen Aktionen einfach keine Geduld.

Was soll ich sagen: ein norddeutscher Vogel! Und wie alle Norddeutschen liebt er die direkte Ansage. Er stieg doch glatt auf die Fliegenklatsche.

So konnte ich ihn die fünf Schritte Richtung Terrassentür tragen. Der Vogel fand Gefallen daran und stand auf der Fliegenklatsche wie eine Queen. Ich hielt ihn raus und wünschte ihm einen guten Flug. Er schaute mich an, nickte und flog weg.

Jetzt weiß ich, wofür Fliegenklatschen gut sind.

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