Rumps, Miau und andere Nachtgeräusche
Drei Katzen, ein Sturm und eine unruhige Tiersitterin
Ein ganz gewöhnlicher Tag in den Bergen ging zu Ende. Am Nachmittag begann es sich zuzuziehen, es kam ein wenig Wind auf und es roch nach Regen.
Ich saß auf dem Bett und machte es mir gemütlich.
Ein Kater lag schnurrend quer auf meinem Bett. Eine Katze saß direkt neben mir und putzte sich. Der dritte Kater war noch draußen.
Rumps – der Kater guckte mich irritiert an. Die Katze verschwand flink unterm Bett. Einer der Fensterläden war vom Wind zugeschlagen worden. Das war laut.
Rumps – nun war die andere Seite auch zu.
„Na, das nenne ich mal dunkel“, dachte ich bei mir.
Also Licht an, aufgestanden und Fensterläden wieder geöffnet. Beim Öffnen des Fensters bemerkte ich, wie heftig der Wind dagegen blies. Der Wind vom Nachmittag hatte sich in einen heftigen Sturm verwandelt.
Ich rief in die Nacht nach meinem dritten Schützling. Kaum hatte ich den Namen ausgesprochen, sprang mir der schwarze Kater aus der schwarzen Nacht entgegen. Den hatte ich nicht kommen sehen.
Schnurrend (oder lachend?) rannte er in die Küche. Die anderen folgten ihm. Nach einer Runde Fressen und ausgiebigem Streicheln machten wir es uns wieder bequem.
Der schwarze Kater wollte raus.
„Willst du wirklich?“
„Miau.“
„Das ist sehr stürmisch, bist du sicher?“
„Miau.“
„Na gut, dann raus mit dir.“
Der schwarze Kater sprang raus und wurde sofort von der schwarzen Nacht verschluckt.
„Mutig“, dachte ich.
Ich setzte mich aufs Bett und nahm mein Buch zur Hand.
Der Sturm legte noch an Geschwindigkeit zu. Es fing an zu regnen.
Rumps – dicht gefolgt von noch einem Rumps. Die Fensterläden waren wieder zu. Die Katze huschte unterm Bett, der Kater guckte mich wieder irritiert an.
Das Haus fing an zu stöhnen. Es knarrte. Erst ganz sanft, dann etwas heftiger. Das Bett wackelte.
Ich ging zur Haustür. Der Wind drückte so heftig dagegen, dass es mir schwerfiel, sie zu öffnen. Es gelang. Ich rief nach dem Kater. Nichts. „Wo ist der schwarze Kater? Ist er in Sicherheit?“
Für die Katzen dieses Hauses steht ein sicherer und komfortabler Unterschlupf zur Verfügung. Da können sie jederzeit rein. Trotzdem hatte ich diese Unruhe in mir.
Ich ging in die Präsenz und versuchte, Kontakt zum schwarzen Kater aufzunehmen. Nichts. Wenn Tiere nicht wollen, dann wollen sie nicht.
Das Haus knarrte und stöhnte noch lauter. Ich hörte, wie etwas durch den Garten flog und hart aufprallte.
Unruhig ging ich ins Bett. Die Katze lag nun dicht neben mir. Der Kater kuschelte sich an meine andere Seite. Mit allen Sinnen hörte ich nach draußen.
„War da ein Miau?“
Ich ging noch einmal zur Haustür und rief hinaus. Nichts.
„Bleibe im Vertrauen. Der schwarze Kater weiß, was er tut. Er ist in Sicherheit“, kam es mir in den Sinn. Nach einiger Zeit fiel ich in einen unruhigen Schlaf. Stets alle Sinne darauf gerichtet, ja kein „Miau“ zu verpassen. Das, was ich hörte, war der Sturm und das knarrende Haus.
Früh am nächsten Morgen wachte ich auf. Der Sturm war noch dabei, alles zu geben. Es regnete.
Ich machte die Fensterläden auf. Rief nach dem schwarzen Kater. Nichts.
Wieder machte sich Unruhe in mir breit. „Bleibe im Vertrauen. Ihm geht es gut.“
Die anderen bekamen ihr Futter. Wie zu erwarten, wollten sie nicht raus.
Eine Plane fegte über die Straße. Doch nicht die von meinem Motorrad? Das Knarren und Stöhnen des Hauses hörte ich schon nicht mehr.
Vom schwarzen Kater immer noch keine Spur.
Ich ging ihn draußen suchen. Im Garten lagen die Gartenmöbel verstreut herum. Einige Äste schmückten den Garten. Meinem Motorrad ging es gut.
Die Tür zum komfortablen Unterschlupf für die Katzen konnte ich nicht sofort öffnen. Der Schlüssel ließ sich nicht drehen. Der Wind flog mir um die Ohren. Die Haare standen mir zu Berge.
Endlich ließ sich der Schlüssel drehen. Die Tür flog auf und mir kam ein verschlafener schwarzer Kater entgegen. Er streckte sich genussvoll und in aller Ruhe und ging wie selbstverständlich vor mir ins Haus. Nach seinem ausgiebigen Frühstück legte er sich auf seine Decke und schlief ein. Ist ja auch anstrengend so ein Sturm.